21. Oktober 2015

SharePoint 2016: Was ist Neu?

 
Endlich ist es soweit: Microsoft veröffentlichte in der letzten Augustwoche dieses Jahres eine Vorabversion des neuen SharePoint 2016. Interessenten, die die IT Preview Variante herunterladen, bekommen so noch vor der vollumfänglichen Veröffentlichung im Frühjahr 2016 bereits die Möglichkeit, einen ersten Einblick in die neuen  Features der Microsoft Lösung zu gewinnen.

Die erste wichtige Nachricht: On-Premise ist nicht tot! SharePoint 2016 erscheint nicht nur als reine Online Version, sondern wird weiterhin als hybride oder lokal angesiedelte Variante aufsetzbar sein. Einige neue Einstellungsmöglichkeiten vereinfachen die Verbindung zwischen Office 365 mit SharePoint 2016 On-Premise und erleichtert somit das Zusammenspiel der Funktionalitäten.

Für die später erscheinende Vollversion müssen allerdings einige (technische) Voraussetzungen beachtet werden. Dazu gehören der Windows Server 2012 R2 bzw. der bald verfügbare Windows Server 2016 (derzeit in der Technical Preview 3) sowie der SQL Server 2014 bzw. dann die die neue 2016ner Version, die sich derzeit in der Public Preview befindet.

Nun aber zu den wirklich spannenden Fun Facts. Was ist neu?


Wer die SharePoint Online Version kennt, wird schnell erkennen, was sich in SharePoint 2016 aus Anwendersicht getan hat. Hier eine kurze Zusammenfassung:  
  • Yammer Postings sind jetzt von der Dokumentenbibliothek aus möglich.
  • Beim Suchen nach Dokumenten erscheint im Vorschaufenster ein „Teilen“-Button.
  • Endlich ist es so weit! Was sich viele User wahrscheinlich wünschten, wird endlich wahr: Ab sofort gibt es einen Papierkorb auf Teamsites und in OneDrive.
  • Beim Mouse Hover gibt es jetzt auch für Bilder und Videos eine Vorschau.
  • Dokumente können nun aus dem Browser im WebApp iFrame umbenannt, neu erstellt und geteilt werden.

OneDriveForBusiness Neuheiten

Auch hier hat sich einiges für die getan:
  • Zunächst wird dem Anwender die vielen neuen Funktionalitäten in Form von Buttons auffallen:Neues Dokument, Upload, Sync für den Offline-Gebrauch, Teilen.
  • Durch eine sich automatisch generierende „Mit mir geteilt“-Liste können User direkt und ohne viel Aufwand einsehen, welche Elemente andere User mit einem teilen. Der Name ist hier also Programm.
  • Außerdem gibt es nun einen sogenannten Seiten-Ordner: Hier werden alle Ordner gezeigt, denen der User folgt.


Soweit erstmal die wichtigsten Neuerungen. Doch was bleibt eigentlich wie bisher?


Wider Erwarten werden die InfoPath Formulare auch in SharePoint 2016 weiterhin von Microsoft unterstützt, allerdings endet der Support voraussichtlich in 2023.

Auch der Migrationsprozess ändert sich in SharePoint 2016 nicht. Es gibt die gleichen Upgrademöglichkeiten wie von SharePoint 2010 zu 2013. Die Datenbanken werden zur neuen Farm hinzugefügt und dort aktualisiert. Jedoch muss mindestens SharePoint 2013 installiert sein, um auf SharePoint 2016 „upgraden“ zu können.

Es bleibt eigentlich nur noch eine Frage: Verschwindet denn auch etwas? 

SharePoint Designer

Es wird tatsächlich keine neue Version des SharePoint Designers mehr geben, allerdings wird zumindest die 2013er Version weiterhin unterstützt. Derzeit kursiert lediglich das Gerücht, dass es eine Ablösung durch ein neues Tooloder eine integrierte, browsergestützte Lösung, vergleichbar mit dem Design Manager, geben wird. Was an den Gerüchten dran ist, werden wir in Zukunft sehen.

User Profile Synchronizaton

Die User Profile Synchronization verschwindet in SharePoint 2016. Zurückbleiben die zwei auch derzeit bestehenden Optionen, einmal der SharePoint Active Directory Import und der External Identity Manager. Die Begründung in der Einstellung des UPS sind vor allem Probleme mit der Performance sowie der veraltete, dahinterliegende Programmcode. Der Active Directory Import ist laut Microsoft eine gute Alternative, die schon allein durch die sehr guten Performancewerte und die damit verbundenen Erfahrungen punkten kann. Wer allerdings mehr Funktionalitäten benötigt, kann sich bei den External Identity Managern den Microsoft Identity Manager 2016 einmal näher ansehen, denn hier handelt es sich um ein Standalone Produkt, das auch für Hybride-Szenarien ausgelegt ist und ein differenzierteres Identitäts- und Zugangsmanagement ermöglicht.

Doch nicht nur auf Anwenderseite hat sich einiges getan - nein - auch Administratoren werden einige Änderungen bereits bei der Installation des SharePoints feststellen. Fangen wir also an.

MinRoles

MinRoles sind nichts anderes, als Rollen für verschiedene Server in einer SharePoint Farm. Sie können als vorbestimmtes Mapping von SharePoint Services in Abhängigkeit von den Server Rollen verstanden werden. Darüber hinaus wird nur das installiert, was der Server tatsächlich benötigt. Je nach Auswahl der Rolle starten dann automatisch alle zugehörigen Services.

Eingeteilt werden sie in sechs verschiedene funktionelle Rollen:
  1. Single-Server Farm: Hier werden alle Rollen auf einer Farm vereint, damit diese für Testzwecke eingesetzt werden kann. Diese Rolle kann nicht mit anderen Rollen in einer Farm existieren.

    Für Multi-Server-Farmen gibt es fünf unterschiedlich einzusetzende MinRoles:
  2. Front End: Dieser Server ist für  für End-User Anfragen gedacht und sollte auf kleine Latenzzeiten ausgelegt sein.
  3. Application: Gedacht ist dieser für Back-End Prozesse und sollte für einen hohen Durchlauf optimiert sein.
  4. Distributed Cache: Folgender Server verteilt den Cache für die Farm. Ebenfalls  kann er auch die Lastenverteilung auf den Web Front Ends regeln.
  5. Search: Hierbei handelt es sich um einen dedizierten Search Server.
  6. Custom: Der Server ist für dedizierte Service Apps, wie z.B. PerformancePoint, etc. gedacht undkann für die Isolierung von einzelnen Services genutzt werden. Hier werden die Services nicht automatisch gestartet, sondern der Admin hat die volle Kontrolle über die Instanzen.

SharePoint Hybrid Picker

Der SharePoint Hybrid Picker vereinfacht die Konfiguration von SharePoint Hybriden. Er ermöglicht das Einstellen von Server-to-Server/OAuth Verbindungen, die Hybrid-Features nutzen.

Es gibt zwei zu aktivierende Optionen:
  1. SharePoint Hybrid OneDrive for Business: Er leitet On-Premise My Sites und den OneDrive Host zu SharePoint Online OneDriveforBusiness weiter.
  2. SharePoint Hybrid Site Features: Dieses Feature konfiguriert Server-to-Server (S2S/OAuth) Verbindungen, die das Anbinden von Profile Sites und gefolgten Seiten in Office 365 an die SharePoint On-Premise Umgebung erlauben. Damit wird auch die OneDriveforBusiness Weiterleitung konfiguriert.


Load Generation Tool

Das Load Generation Tool zeigt Kunden, ob die Farm den voraussichtlichen Performance-Ansprüchen genügt. Besonders interessant ist dies vor allem vor und nach der Einbindung von Customizations.

Das Ganze wird als Visual Studio 2013 Template geliefert und ist als ein Out-Of-The-Box Tool zu verstehen, das gewünschte Anzahlen von künstlichen Usern und persönlichen Seiten generieren kann und dann verschiedene Szenarien durchtestet. Microsoft wird diese stetig erweitern.


Mit SharePoint 2016 wurde SharePoint zwar nicht neu erfunden, doch es gibt zahlreiche innovative Neuerungen, die die Arbeit und Konfiguration innerhalb des Programms weiter optimieren werden. Einen kleinen Auszug möchten wir an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten:
  • Das Open Document Format wird jetzt in Bibliotheken unterstützt.
  • Das Information Rights Management (IRM) ist jetzt auch für OneDriveforBusiness verfügbar.
  • Es gibt jetzt Keyboard-Abkürzungen für die Dokumentenbearbeitung: ALT+N – New, ALT+E – Edit, ALT+U – Upload usw.
  • Durable links: D.h. quellenbasierte URLs behalten ihre Verlinkung, auch wenn Dokumente umbenannt oder verschoben wurden.
  • Fast Site Collection Creation: Site Collections können über ein Template mithilfe einer Powershell-Vorkonfiguration direkt vom SQL Server aus erstellt werden, was im Gegensatz zu derzeit mit bis zu 40 Sekunden nur noch eine Sekunde in Anspruch nehmen wird. .
  • Die Größenbeschränkung von Dateien wurde auf bis zu 10 GB erhöht und  kann pro Web-Application individuell festgelegt werden.
  • Hybrid-Cloud-Search: Suchabfragen finden jetzt übergreifend statt, d.h. die Office 365 Suchedurchforstet auch den On-Premise Suchindex. Somit können Ergebnisse aus beiden Umgebungen angezeigt werden.
  • Es gibt keine technischen Einschränkungen mehr bei Listen mit über 5000 Elementen.
  • Es sind 100.000 (statt vorher 10.000) Site Collections pro Datenbank möglich.

Im neuen SharePoint gibt es also eine Menge zu entdecken! Viel Neues kommt hinzu, Altes verschwindet und einiges bleibt gleich. Wir sind gespannt, was sich Microsoft als nächstes einfallen lässt.Bleiben Sie am Ball und schauen Sie regelmäßig auf unseren SharePoint Service Seiten im Web rein.

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