22. Oktober 2012

Strategische Überlegungen zur Verknüpfung von Cloud-Diensten

Ein Artikel auf heise.de [1] beschreibt kurz die Reaktionen auf den Bericht der Europäischen Datenschützer zum Thema "Google privacy policy: main findings and recommendations" [2].

Die Sensibilität und Sicherheit von Daten ist in aller Munde. Datenschutz wird heutzutage teilweise gerne
gegen Komfort in der Nutzung eines Cloud-Services eingetauscht. Die Anwender gewöhnen sich an die Cloud und daraus resultiert der Wunsch, auch dienstlich diese Services zu nutzen. So finden auch nicht private Daten den Weg ins Web.



Provider vom Typ B, die mehrere Services anbieten, können mehr Kunden um sich scharen und erhalten wiederum mehr Daten. Bei großen Datenmengen wird es für den Provider - wie zum Beispiel Google - richtig interessant die Daten zu verknüpfen und im Rahmen der Gesetzgebung für sich zu nutzen. So können neue Services und ins besondere verknüpfende Dienste angeboten werden, die attraktiv für den Nutzer sind.
So gelangt der Kunde in eine gewisse Abhängigkeit.

Spezialisierte Provider (Typ A) haben somit einen Wettbewerbsnachteil, da die Vernetzung von Services und Daten für den Nutzer sehr attraktiv ist. Provider, die "alles aus einer Hand" anbieten, liefern dem Kunden somit ein entscheidendes Verkaufsargument.

Was bedeutet das für die Strategie von Anbietern, die sich auf wenige Services spezialisieren ?

Einerseits muss eine Nische im Markt existieren um einem potentiellen Kunden einen qualitativ  hochwertigen Service anbieten zu können. Gleichzeitig muss man die Gesamtentwicklung der "Cloud" mitbetrachten. Somit ist es derzeit besonders wichtig, dass ein Provider dem Kunden proaktiv die Möglichkeit gibt, den genutzten Service zu anderen Diensten zu verbinden und im Lebenszyklus des Services weiter zu optimieren. Dazu gehört z.B. die Nutzung von Standardprotokollen und das Bereitstellen von Schnittstellen.

Dies kann dazu beitragen, dass Spezialanbieter ihre Marktposition verteidigen können.


Quellen:
[1] Falk Lüke, "Schaar: Verknüpfung von Nutzerdaten verschiedener Google-Dienste inakzeptabel", heise.de, Beitrag  vom 16.10.2012, http://www.heise.de/newsticker/meldung/Schaar-Verknuepfung-von-Nutzerdaten-verschiedener-Google-Dienste-inakzeptabel-1730627.html (abgerufen am 18.10.2012)

[2] Bundesbeauftrager für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, "GOOGLE PRIVACY POLICY: MAIN FINDINGS AND RECOMMENDATIONS", www.bfdi.bund.de, http://www.bfdi.bund.de/SharedDocs/Publikationen/EN/GooglePrivacyPolicy_MainFindingsAndRecommendations.html (abgerufen am 18.10.2012)

Kommentare:

  1. Habe ich das richtig verstanden? Du empfiehlst einem Anbieter, seinen Kunden die Möglichkeit zu geben, die eigenen Daten über eine Schnittstelle an Dritte weitergeben zu können?

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  2. Ja und nein. Es ist korrekt, dass das Bereitstellen von Schnittstellen und die Weitergabe von Daten an "Dritte" aus Datenschützer-Sicht natürlich eher unglücklich ist. Dennoch sollten Anbieter auf die Kundenwünsche eingehen, und die Verknüpfung von Diensten steht derzeit hoch im Kurs. Multi-Social-Media-Platformen betreiben das Ganze ja schon auf hohem Niveau.

    Auf der anderen Seite muss man an der Stelle auch das Geschick des Anwenders betrachten. Es ist nicht der Fehler der Anbieter, wenn Anwender mit ihren Daten zu leichtfertig umgehen.

    Deswegen sollten die Anwender existierende Schnittstellen nur dann Nutzen wenn ein Mehrwert auf der Hand liegt und gleichzeitig der Datenschutz gewährleistet ist.

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